| Bericht über die Karibik-Reise der Crew von DL0XM/OV Schkeuditz | ||||||||||||||||||||||||||||
| DL3XM, DL4LQM, DL5LYM, DL8WAA - im August 1997 | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Anfang dieses Jahres gingen erste Gedanken
in die Richtung, was soll in Sachen DX-Urlaub 1997 geschehen. Dabei
wurde eine Idee geboren, im WAE/cw einmal aus der Ferne mitzumischen -
aber wo! Da kam die Offerte von Carl/AI6V in der CQ gerade recht. Dort
war zu lesen, daß er seine Conteststation in Aruba - bekannt
unter P49V - vermietet. Nach erster Kontaktaufnahme mit Carl war dann
auch soweit alles klar, daß wir vom 6.-13.8. dort sein konnten.
Tom(DL5LYM) als Teamchef wickelte alles ab und sondierte die Flugmöglichkeiten. Dabei stellte sich heraus, daß bereits zu einem relativ frühem Zeitpunkt -so glaubten wir jedenfalls - keine Direktflüge nach Aruba zum Termin mehr zu bekommen waren. Es ging nur noch mit KLM via Curacao und dann auch nicht zu dem gewünschten Termin, so daß ein Zwischenstop in Curacao unumgänglich wurde. Wir hatten ja ohnehin vor, nicht nur P4 zu aktivieren, sondern dann vor Ort noch geeignete Ziele auszuloten, die dann in unserem Gesamtplan paßten. Rückflug war dann am 26.8. von Sint Maarten aus gebucht. Nachteilig ist bei PJ nur, das eben Lizenzen ca. 3 Monate vorher beantragt werden müssen. Das wurde auch getan, aber 1 Tag vor der Abreise waren die immer noch nicht in DL eingetroffen, obwohl zwischenzeitlich mehrfach telefoniert wurde mit der zuständigen Dame. Letztlich kam dann nach einem Anruf doch noch das Fax mit der vorläufigen Genehmigung für Curacao, aber nicht mit unserem beantragtem Call PJ2XM, sondern PJ9/DL5LYM. Das gleiche traf auch für P4 zu, wobei aber telefonisch zugesichert wurde, daß P40XM erteilt wird. Dort war ja auch noch Zeit zum Nachstoßen, aber in PJ2 kamen wir ja Freitagabend spät an und wollten ja auch über das Wochenende QRV sein. Wir stellen das doch einmal etwas ausführlicher dar, weil es doch immer überschlaue OM's gibt in DL, die dann von unzureichender Informationspolitik usw. sprechen - nur weil eben nicht der minutiös geplante Ablauf vorher bekannt gemacht wird. Das zur Vorgeschichte. Es ging dann am 1.8. los und ohne
nennenswerte Probleme konnten wir in Curacao unser umfangreiches
Gepäck in Empfang nehmen. Bei Mrs. de Canha vom Bureau Telecommunicatie konnten wir dann noch die Genehmigung für St. Maarten entgegennehmen, allerdings eben auch nur als PJ8/DL5LYM. Richtig los ging es dann eigentlich erst in Aruba. An der Station von P49V macht das Funken ja auch so richtig Laune, hi...! Hier eine kurze Stations- ca. 20m Höhe - TH7DXX sowie 4el Monobander für 15 und 10m. Am hinteren Grundstücksrand der Mast mit 25m versehen mit 4el Monobander 20m und 2el-40m-Beam. Dort sind auch Inverted-V für 30, 80 und 160m befestigt. Im Shack steht der FT 1000, ein PC sowie
die Antennendreheinrichtungen. Im Haus selbst fehlt es an nichts - es
ist an alles gedacht. Auch in der Küche kann man schalten und
walten: vom Grill bis zur Waschmaschine alles Ein unangenehmes Intermezzo bescherte uns dann auch noch die Telecommunicatie, indem kurz vor Contestbeginn noch unsere mitgebrachte Technik inspiziert werde sollte und überhaupt mit der Station von Carl eigentlich gar nicht gefunkt werden dürfte usw. - und das, obwohl die Genehmigung P40XM vorlag. Nach langem Hin und Her war man dann nach Vorlage der Einzelgenehmigungen zufrieden. Insgesamt stehen 3461 QSO im Log. Der Hauptanteil davon in cw. In RTTY kamen 231 Stationen in's Log. Es wurde mit TR7, dem TH7DXX und PK-232MBX sowie WF1B-Software gearbeitet. Von Aruba aus wurde dann der Flug via KP4/San Juan nach Sint Maarten gebucht. Zunächst im französischem Teil hatten wir uns an der Orient Bay im Osten der Insel einlogiert, sehr schöne Anlage dort im Esmeralda Resort. Neben dem Bungalow konnten wir R7000, 40m-GP und den Steckmast mit dem 80m-Dipol errichten. Es gab überhaupt keine Probleme mit Management und auch TV lief störungsfrei! Vom 15.-18.8. wurden 2017 QSO in cw gefahren. Bemerkenswert die Öffnung auf 17m am 17.8. bis nach 22.00 UTC! Das blieb aber auch die einzige nennenswerte Öffnung oberhalb 20m. Im SARTG-Contest liefen in RTTYca. 120 QSO, wobei sich hier doch das Fehlen eines Beams - siehe P40XM - bemerkbar machte. Aber auch auf 40m sind eine ganze Reihe EU und auch DL- Stationen zum Zuge gekommen. Es soll hier auch nicht verschwiegen werden, daá die neue R7000 beim Betrieb auf 30m mit ca. 500 W (FL2100Z) die "Hufe hochgemacht" hat! Und zwar ist es im 30m-Trap zu Überschlägen und Einbrandstellen gekommen, so daß er nicht mehr verwendet werden konnte! An der Stirnseite des Plaste-Spulenkörpers waren durch schlampige Verarbeitung Alu-Späne eingeschmolzen, die mehr oder weniger eine Brücke bildeten und den Überschlag herbeiführten. Am 18.8. wechselten wir dann in den holländischen Teil und waren dort unter PJ8/DL5LYM bis zum 21.8. QRV. Dort auch mit gleicher Antennenausstattung, nur daß am Steckmast noch der 160m-Dipol installiert wurde. Trotz des starken QRN kamen 16 Stationen aus EU in's Log. Insgesamt wurden 1939 QSO gefahren - 100% cw. 17m ging nur am 18 8. so leidlich, ansonsten nur Rauschen oberhalb 20m - zumindest aus Richtung EU. Auch im Millenium Resort, nur wenige Meter vom Beginn der Start- und Landebahn des internationalen Airport von St. Maarten entfernt, gab es keine Probleme mit Antenneaufbau von Seiten des Managements. In den ersten Tagen unseres Aufenthaltes in St. Maarten hatten wir uns dann nach Absprache mit Dorothy - VP2EE - entschieden, die letzten Tage bis zum Rückflug nach Anguilla zu gehen. Dorothy vermittelte uns eine geeignete Unterkunft und kündigte uns mit Wunschcall VP2EXM bei der Lizenzbehörde an. Von Marigot ging es dann per Schiff am 21.8. nach Anguilla. In Milly's Inn - an der Nordseite gelegen - gab es zunächst auch keine Schwierigkeiten: Antennenaufbau wie gehabt und los ging es noch am 21.! Die Lizenz wurde ohne Probleme in Empfang genommen. Hier blieben wir nicht "sauber" in cw, es wurden einige wenige QSO auf 80m in SSB gefahren, nachdem wir Wil/DJ7AA mit gutem Signal bei 3799 aufgespürt hatten. Er konnte uns auch mit 100 W gut aufnehmen. In RTTY wurden 165 Stationen geloggt. Am Wochenende war auch teilweise pile up, aber mit Splitbetrieb war es relativ schwierig, weil kaum ein freier Bereich im schmalen und von W's belegten Bandsegment vorhanden war. Die low-Bands waren wieder vom starken QRN behindert, so daß nur starke EU-Stationen zum Zuge kamen. Auf 160m stehen 44 EU im Log bei 78 QSO gesamt auf diesem Band. Es ging überhaupt nur am 23. und 24.8.! Insgesamt wurden 2575 QSO gefahren. Auf 17m nur 36 und da auch nur wenige EU. Anguilla ist noch schwer gezeichnet von dem starken Hurricane vom Okt. 1995, der mit ca. 350 km/h eine Spur der Verwüstung gezogen hat. Auch Dorothy hatte starke Schäden an den Antennen und bei VP2EC lag auch alles am Boden. Selbst das massive Haus war stark beschädigt. Man ist aber am Wiederaufbau, auch der 60m-Mast soll wieder errichtet werden. Zum Schluß kam dann die dicke Überraschung von Mrs. Mildred Hodge in Form einer saftigen "Zulage" für Energie und eben das wir Funkamateure waren, obwohl der normale Preis schon nicht von schlechten Eltern war! Zum Schluß noch ein kurzes Resümee unserer Reise. Sie war ja nicht darauf angelegt, nun 24 Stunden täglich an der Station zu sitzen, sondern sie sollte auch ein bißchen der Erholung dienen. Die Länder waren ja auch nicht gerade die seltensten DXCC's und daher auch nicht außergewöhnlich. Es überraschte aber, daß trotzdem immer dicke pile up auftraten - auch auf den Bändern, wo man es nicht für möglich gehalten hätte - z. B. 20m von VP2E aus. Das außergewöhnliche der Reise lag aber dann in der Tatsache, daß ja 5 verschiedene DXCC-Länder aktiviert wurden und eben immer jedesmal Aufbau, Abbau und Verpacken der gesamten mitgeführten Technik. Da kam dann doch ganz schön Streß auf. QSL gehen via DL3XM; diejenigen, die bereits an DL5LYM oder DL8WAA geschickt haben, brauchen aber nicht nervös werden - es geht alles seinen Gang! Zur Funkdisziplin auf den Bändern gibt es nicht viel neues bezüglich des Verhaltens der EU - am besten, man deckt den Mantel des Schweigens darüber! Unser Dank geht an Carl/AI6V nebst
Lance/P43WLP und XYL Maggie, VP2EE sowie an DL2HWA (KCT
Weiáenfels), DL8WBB, DL8YRM, DF6BL und DF3CB für
Unterstützung bei Vorbereitung, Durchführung und
Nachbereitung. Des weiteren Dank an das Management der Hotels Esmeralda
Resort und Millenium Resort in Saint Martin bzw. Sint Maarten. Rote Karte an den Manager vom Trupial Inn in Willemstad (PJ9) und dunkelrote Karte an Mrs. Hodge, Besitzerin von Milly's Inn in Anguilla. Funkamateure sollten einen großen Bogen um diese Etablissements machen! |
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