Die Antennenstory von DL3XM

Von der HB9CV für 10m zur LP7

Seit nunmehr 10 Jahren habe ich kleine Richtantennen auf dem Dach meines Hause. Zuerst eine HB9CV für 10m, die aus den nicht mehr benötigten TV-Antennenmaterial (22mm Alu-Vierkant-Hohlprofil) im Frühjahr 1991 aufgebaut wurde. Diese Antenne spielte sehr gut, es gelangen damit u. a. meine 2 letzten, damals noch fehlenden DXCC-Länder, nämlich XQ0X und VP8SSI. Als die Bedingungen auf 10m schlechter wurden, entstand daraus eine für 15m. Es kam aber immer der Wunsch nach mehr auf und so entstand ein kleiner 2el-Dreiband-Beam nach Eigenbau von Diemo - DL4LQM. Der wurde dann noch ergänzt durch einen WARC-Rotary D3W von Cushcraft am gleichen Mast. Die gegenseitigen Beeinflussungen hielten sich in Grenzen, obwohl die beiden Antennen nur in ca. 50cm Abstand voneinander montiert waren.

1997 habe ich dann doch auf 3 Elemente aufgestockt und einen A3S an Stelle der 2el-Antenne aufgebaut. Da kamen aber dann die Probleme in Form der Beeinflussung des D3W und des A3S, weil eben die beiden Strahler noch dichter beieinander lagen. Ein Ausweichen nach oben war nicht möglich und so gelang es nicht, halbwegs tragbare Resonanzen auf den Bändern zu erzielen. Ich musste wohl oder übel den D3W vom Mast auf dem Dach entfernen und habe ihn dann als Vertikal-Dipol an meinem Holzmast montiert. Das ging dann so recht und schlecht auf den WARC-Bändern, aber auf 17 und 12m blieben doch Wünsche offen.

Der A3S an der Stelle, wo sich nun die LP7 dreht Der D3W als Vertikal-Dipol am Holzmast

In den letzten Jahren habe ich dann doch immer wieder darüber nachgedacht, wie die Bänder von 20-10m komplett mit einer Richtantenne abgedeckt werden könnten. Im Vordergrund stand aber dabei, dass eben keine größeren Lastmomente in den Dachstuhl eingeleitet werden konnten und auch die Montagemöglichkeit auf dem Laufbrett des Daches beachtet werden musste. Unter Beachtung dieser Vorgaben fiel dann die Wahl auf die LP7 von TITANEX. Gewicht und Windlast unterschieden sich nur unwesentlich von dem A3S. Das Problem bestand nur darin, wie montieren auf dem Dach. Nach einem Gedankenaustausch mit Tom - DL5LYM, der schon reichhaltige Erfahrungen mit der LP5 gesammelt hat, kam dann die Erkenntnis, dass eine Montage auf dem schmalen Laufsteg des Daches möglich sein muss.

Und so lag dann die LP7 in Form eines 6m langen Papp-Rohres eines schönen Tages im März 2001 auf dem Hof meines Hauses und musste nur noch aufs Dach!

Der März und auch noch der April bescherten schlechtes Wetter. Der Frühling ließ diesmal besonders lange auf sich warten. An eine Montage war vorerst nicht zu denken. Die Zeit wurde genutzt, um die einzelnen Elemente vorzumontieren. Danach erfolgte ein Probeaufbau zu ebener Erde. Auf dem Boom wurden entsprechende Markierungen angebracht, wo die einzelnen Elemente befestigt werden. Es passte alles und die Montagetechnologie war soweit durchdacht, dass es bei passendem Wetter losgehen konnte.

Am 25.4.2001 war es dann soweit. Nach Demontage des A3S wurden die vormontierten Elemente und der Boom am westlichen Giebel hochgezogen und auf dem Dach abgelegt. Danach wurde der Boom am Mast angeschraubt und die einzelnen Elemente nacheinander auf dem Boom befestigt. Es klappte alles so wie ich es mir vorgestellt hatte und die Montage ging zügig voran, allerdings stand der schwierigste Teil noch bevor: die Montage des Hilfsboom mit dem Anbringen der Schellen und Kabelverbindungen zu den geradzahligen Elementen.

Die ersten Elemente sind am Boom befestigt...

Dabei zeigte sich, dass die mitgelieferten Schellen ungeeignet sind für die Montage unter diesen Bedingungen. Man bräuchte dann 3 Hände, weil nicht nur die Schellen angebracht werden müssen, sondern gleichzeitig noch der Kabelverbinder daruntergesteckt und alles mit der Zange angedrückt werden muss. Und das alles stehend freihändig auf dem schmalen Laufbrett. Trotz Sicherheitsgurt und Leine scheinbar unmöglich.

DL3XM stehend freihändig am Werke

Ich habe deshalb normale Schlauchschellen, in der Art wie sie bei Cushcraft oder auch im Kfz-Bereich verwendet werden (Edelstahlausführung), benutzt. Damit gab es keine Probleme beim Aufsetzen und Festziehen der Schellen. Details siehe hier.

Nun sind alle Elemente am Boom befestigt

Nach dem alle Elemente mit dem Hilfsboom verbunden waren, wurde der vorbereitete Stub und das Kabel zur Station befestigt. Die LP7 war einsatzbereit. Nun musste sich zeigen, ob die gestellten Erwartungen erfüllt wurden..

Die LP7 nun in voller Pracht

Die ersten Versuche ergaben auf 12m und 17m die erwarteten Ergebnisse. Hier stand ja noch der Vertikal-Dipol als Vergleichsantenne zur Verfügung. Beim Umschalten vom Beam zur Vertikal ergeben sich auf diesen Bändern fast unglaubliche Unterschiede bis zu 5 S-Stufen. Das Stehwellenverhältnis sieht ebenfalls sehr gut aus, auf beiden Bändern durchgängig zwischen 1:1,1 und 1:1,25. Auf den anderen Bändern ist natürlich kein direkter Vergleich zum Beam möglich, aber rein subjektiv kann ich sagen, dass die LP7 auf 10 und 15m auf jeden Fall besser als der 3el-Beam ist und auf 20m mindestens gleich gut. Meine subjektive Einschätzung kann ich über Umwege im Vergleich zu meiner Lazy Delta Loop untermauern, weil mir die Unterschiede zum A3S gegenüber der DL noch ein wenig in Erinnerung sind.

Ich habe hier eine WAV-Datei aufgezeichnet, wo auf 12m V51AS in CW zu hören ist. Während seines CQ-Rufes habe ich mehrfach von der LP7 auf die Vertikal umgeschaltet. Der Unterschied ist deutlich zu hören. Die Datei wurde am 28.5.2001 - 08.00UTC auf 24.895 kHz aufgenommen. Am Abend des gleichen Tages hatte ich dann noch einmal QSO mit ihm auf 12m in SSB. Um das auch in SSB zu dokumentieren, habe ich einen Teil des QSO aufgezeichnet mit Wechsel zwischen LP7 und Vertikal. Hier nun V51AS in SSB auf 24.942 kHz - 16.10 UTC. Der Unterschied zwischen beiden Antennen ist beeindruckend!

Ich hoffe, dass ich nun noch lange Freude an dieser Antenne habe und möglichst von Stürmen verschont bleibe. Eine erste Bewährungsprobe in dieser Hinsicht hat es schon gegeben. In einer Gewitterfront waren kurze Böen mit ca. 90 km/h, wobei es dabei keine Probleme gab.

Gedreht wird die Antenne von Hand. Dazu habe ich den Standmast auf eine portalähnliche Halterung gesetzt. Das innenliegende Rohr sitzt auf der Dachstuhlbalken und kann mittels eines Hebels unter der Standmasthalterung gedreht werden. Die Bremse zum Feststellen ist noch nicht ausgereift. Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen, obwohl das Provisorium nun schon 10 Jahre hält! In der Parkstellung (Richtung Süden) wird die Antenne mit einem Bolzen arretiert, so dass bei Sturm ein sicherer Halt gewährleistet ist.


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